Gemeinsam modellieren die Wahlleipziger aus Stimmen, Tönen, Melodien und Beats ein Mosaik, bei dem die Steine ein wenig durcheinander gepurzelt zu sein scheinen. Gleichwohl in der Summe ergeben sich daraus echte Ohrenöffner, die sich durch Detailreichtum, Organik, Gemischtwaren-Elektronik und einzigartigen Gesang auszeichen.



An ihren eigenwilligen Beatkompositionen schrauben die Cousins Hannes Waldschütz und Le Schnigg schon seit Ende des Millenniums. Diese Eigenwilligkeit muss für Sängerin Delhia – bekannt durch ihre Kollaborationen mit Robag Wruhme / Wighnomy Brothers, Clueso, Marlow und Douglas Greed – ein wesentlicher Grund dafür gewesen sein, sich den beiden anzuschließen. Ihr Gesang verlieh den Pentatones ebenso eine neue Dimension und Tiefe, wie Albrecht Ziepert an den Keys. Beide stammen aus dem Dunstkreis des Jenaer Labels Freude am Tanzen.

Wer Pentatones live auf der Bühne erlebt, wohnt einem heute immer seltener gewordenen Moment bei – diese Band ist echt! Pentatones sind elektronisch, nicht digital. All die filigran gesponnen, düsteren Klanglandschaften, zwischen denen sich zuweilen poppige Sonne breitmacht, werden von den vier Musikern live vor den Ohren der Zuhörer geschaffen. Sie eröffnen eine Welt berührender Perfektion in der sie alle Register ziehen, um die Zuschauer zu überzeugen: Hier ist jemand aufgetreten, um zu spielen.

In Erweiterung dazu inszenierten sie in Zusammenarbeit mit den Videokünstlern YouAreWatchingUs von 2006-2009 die audiovisuelle Bühnenperformance „preENTER“, die inzwischen auf verschiedensten Medenkunstfestivals wie dem Ars Electronica gezeigt wurde.

Für ihr erstes Studioalbum haben sich Pentatones keinen geringeren als Weimars Finest, Dj Marlow, als Produzent zur Seite genommen. Der Multistyler machte seinerseits schon durch Veröffentlichungen auf Moon Harbour, Konsequenz, Compost und zuletzt Room With A View auf sich aufmerksam. Das Ergebnis langer Arbeit ist ein vielschichtiges Album voll subtiler Wendungen zwischen den verschiedensten musikalischen Einflüssen.